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Das pädagogisches Konzept für die Erprobungsstufe

Unser pädagogisches Konzept für die Erprobungsstufe lässt sich von folgenden Zielen leit

  • Den Schülern soll ein reibungsloser Übergang von der Grundschule zur RSF geboten werden, so dass sie sich in ihrer neuen Umgebung möglichst schnell einleben und wohlfühlen.
  • Durch intensive Beobachtung wird ihr Lern- und Entwicklungsstand erfasst, damit sie gezielt gefördert und gefordert werden können.

Zur Umsetzung dieser Ziele wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erstellt:

Kontaktaufnahme mit den zukünftigen Schülern und deren Eltern

  • Die Schule bietet den Schülern der Grundschule einen „Info-Abend“ an. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der über die Schullaufbahn, das Lernangebot und das pädagogische Konzept der Schule informiert wird.
  • Die Grundschüler der 4. Klassen haben darüber hinaus Gelegenheit, an einem Morgen den Unterricht in einer Klasse der Unterstufe der RSF mitzuerleben.
  • Kurz vor den Sommerferien lädt die Schule zu einem Begrüßungs- und Schnuppernachmittag ein. Nach einer allgemeinen Begrüßung lernen die Schüler in ihren jeweiligen Klassenräumen ihre zukünftigen Klassenkameraden und Klassenlehrer kennen. Eine ausführliche Begehung des Schulgebäudes schließt die Veranstaltung ab.

Zusammenarbeit mit den Grundschulen

  • Die zukünftigen Klassenlehrer sollten nach Möglichkeit in den Klassen der Grundschulen hospitieren. Durch gezielte Beobachtung und Gespräche mit den Grundschulkollegen erhalten sie so einen ersten Eindruck von dem Leistungsvermögen und dem Arbeits- und Sozialverhalten ihrer zukünftigen Schüler.
  • Die Grundschullehrer werden zu Erprobungsstufenkonferenzen eingeladen, um ihnen einerseits Rückmeldungen über die Weiterentwicklung ihrer ehemaligen Schüler zu geben und andererseits von ihnen wichtige pädagogisch verwertbare Informationen zu erhalten. Ein Hospitationsangebot für die Grundschulkollegen lässt sich ggf. damit verbinden.
  • Schwerpunktmäßig für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sind Gespräche zwischen unserer Schule und den Grundschulen vorgesehen. Dabei sollen aus der Praxis gewonnene Informationen darüber ausgetauscht werden, wie weit die Schüler bis zum Ende der Klasse 4 inhaltlich und methodisch geschult werden bzw. welcher Lernstand bei ihnen in der Klasse 5 erwartet werden kann.

Integration in die neue Klasse und Schule

  • Um den Schülern den Übergang zur Realschule zu erleichtern, werden die Klassen möglichst so zusammengestellt, dass die Schüler aus den jeweils abgebenden Grundschulen sich in einer Klasse wieder finden.
  • Da erfahrungsgemäß in Klasse 5 die Anliegen der Schüler umfangreich und vielfältig sind, wird hinsichtlich einer intensiveren Beobachtung, Hilfestellung und Beratung künftig ein Klassenlehrerteam pro Klasse eingesetzt.
  • Da die Schüler an der Grundschule nur an wenige Lehrer als Bezugspersonen gewöhnt waren, wird darauf geachtet, dass die Zahl der Fachlehrer in einer Klasse möglichst gering ist.

Unterrichtliche Fördermaßnamen und weitere Hilfestellungen

  • Nach Möglichkeit sollen die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch in der Erprobungsstufe 5-stündig unterrichtet werden,
  • Schüler mit Anfangsschwierigkeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik oder Englisch haben die Möglichkeit am Förderunterricht in den genannten Fächern teilzunehmen.
  • Um die Schüler zu selbstständigem und organisiertem Arbeiten zu befähigen, wird zu Beginn der Erprobungsstufe in der Klasse 5 nach der Endres-Methode das „Lernen lernen“ geübt. Themen sind dabei u.a.:
    • Arbeitsplatzgestaltung
    • Heftführung
    • Organisation der Hausaufgaben
    • Zeitmanagement
    • Vorbereitung von Klassenarbeiten
    • Übungen zur Konzentration und zur Motivation.

Gestaltung von Lernprozessen in allen Jahrgangsstufen

Da die Beherrschung verschiedener Methoden des Erwerbs von Kenntnissen und sozialer Kompetenz und das Erkennen des eigenen Lernverhaltens maßgeblich dazu beitragen, dass die Schüler sich Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten selbständig aneignen lernen, gilt es diesen Prozess durch geeignete pädagogische Maßnahmen zu fördern:

  • Bei der Gestaltung von Lernprozessen wird der Methodenvielfalt besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Planvoll wechselnde Arbeitsformen werden den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gerecht und fördern letztlich Motivation, Aufmerksamkeit und Lernintensität.
  • Übung und Wiederholung sind im Hinblick auf die Verfügbarkeit des Gelernten unverzichtbare Bestandteile des Unterrichts. Erfolgreiches Üben stärkt das Selbstvertrauen, schafft die notwendige Sicherheit im Umgang mit dem Gelernten und ist eine wesentliche Voraussetzung für selbständiges Arbeiten.
  • Auch in den Jahrgängen jenseits der Erprobungsstufe sollen die Schüler in
    verstärktem Umfang das „Lernen lernen“.

Das pädagogische Konzept der RSF ist ein offenes Konzept, folglich kann es zu jeder Zeit überprüft und ggf. ergänzt oder verändert werden.

Beratungskonzept an der RSF

Beratung in der Schule – das ist, ebenso wie Unterrichten und Erziehen, heute mehr denn je eine unverzichtbare Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer. Darüber hinaus sind an der RSF einige Kolleginnen und Kollegen mit besonderen Beratungsaufgaben betraut.

Schülerberatung

  • Für Beratung in individuellen Problem- und Konfliktsituationen, wie etwa Lern- und Konzentrationsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten usw., steht ein speziell für diese Aufgabe ausgebildeter Beratungslehrer zur Verfügung, der im Prinzip der Verschwiegenheit und Vertraulichkeit verpflichtet ist. Die Beratungsgespräche finden nach Anmeldung im eigens dafür hergerichteten Beratungszimmer statt.
  • Hilfen in Berufswahl- und Berufsfindungsprozessen geben in erster Linie die Deutschlehrer der 9. und 10. Jahrgangsstufe. Sie behandeln die wichtigen Einzelthemen wie Bewerbung, Einstellungstests, Vorstellungsgespräch u.a.m. im jeweiligen Unterricht. Die Organisation von Einzelmaßnahmen liegt in den Händen der Schulleitung (s.Kap. Berufswahlfindung).
  • Darüber hinaus bietet die Schule ihre Hilfe an bei der Vermittlung von außerschulischen Beratungseinrichtungen wie Erziehungsberatungsstellen oder Schulpsychologischen Diensten, Jugendamt, Gesundheitsamt, DRK Kinderklinik, der Einrichtung „Mädchen in Not“ in Kreuztal, der Drogenund Suchtberatung des Kreises u.a.

Elternberatung

Das pädagogische Konzept unserer Schule sieht eine enge, vertrauensvolle und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten vor. Die Kolleginnen und Kollegen informieren die Eltern über die Entwicklung ihres Kindes in der Schule, über sein Verhalten sowie über Lernerfolge und eventuelle Lernschwierigkeiten. Die Eltern können ihrerseits die Lehrkräfte über die Lebensumstände ihrer Kinder und über die eigene Erziehungspraxis informieren.

Möglichkeiten der Beratung und der Information bestehen

  • in den festgelegten Sprechstunden der Kollegen,
  • an den zweimal jährlich stattfindenden Elternsprechtagen,
  • an den nach Bedarf stattfindenden Elternabenden,
  • und darüber hinaus durch den zweimal jährlich erscheinenden Elternbrief.

Streitschlichtung – ein unverzichtbarer Bestandteil des Schulprogramms

Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler hat inzwischen einen festen Platz im Schulprogramm der Realschule Freudenberg. Konfliktfälle zu lösen bzw. lösen zu helfen, bringt nicht nur für die Streitschlichter (die in der Regel aus der Jahrgangsstufe 9 kommen) einen großen Gewinn, sondern auch für alle an der Bildungs- und Erziehungsarbeit Beteiligten.

Gewinn für die Streitschlichter selbst

  • Ihre ohnehin schon bestehende sozial-integrative Neigung, zwischen Konfliktpartnern zu vermitteln, wird professionalisiert.
  • Die Erfahrung, dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden können, verschafft Erfolgserlebnisse und stärkt das Selbstwertgefühl.
  • Ihre Kommunikationskompetenz wird erweitert, indem sie bewusster verbale und nonverbale Sprachstrategien im Umgang mit ihren Mitschülern einsetzen.
  • Sie können besser mit eigenen Streitfällen umgehen.
  • Schließlich verbessert das Streitschlichterzertifikat ihre Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz.

Gewinn für die Mitschüler

  • Konfliktausgänge nach den Mustern „Gewinner – Verlierer“ oder „Verlierer – Verlierer“ gehören der Vergangenheit an.
  • Die Schüler erleben spürbar, dass es weit angenehmer ist, Konflikte ohne das Eingreifen von Lehrern zu lösen.
  • Jüngere fühlen sich sicherer, weil sie bei den Schlichtern Schutz und Hilfe suchen dürfen.
  • Sie lernen im Schlichtungsgespräch tragfähige Methoden kennen, wie man auch außerhalb der Schule und im späteren Leben mit Konflikten umgehen kann.
  • Sie erfahren die Verbindlichkeit von (schriftlichen) Vereinbarungen, insbesondere wenn diese auf ihren eigenen Ideen beruhen.
  • Die Kontrahenten lernen überdies, dass die Lösung eines Konfliktes auch Ausgangspunkt für positive gemeinsame Erlebnisse sein kann.

Gewinn für die Lehrerinnen und Lehrer

  • Die Gewinne, die Schülerinnen und Schüler haben, decken sich mit den Zielen zur Werteerziehung, vor allem der Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit.
  • Sie erhalten auch für sich ein Instrumentarium an die Hand, schwierige Fälle zu lösen, in denen die Streitschlichter überfordert sind.

Gewinn für die Eltern

  • Eltern sind froh, dass ihr Kind in der Schule nicht nur Sachwissen erwirbt, sondern auch lernt, wie man besser mit anderen zusammen lebt.
  • Sie sind überdies beruhigter, weil sie ihr Kind bei den Streitschlichtern in guten Händen wissen, wenn die Lehrer sich nicht um jede kleinste Auseinandersetzung kümmern können.
  • Sie erhalten durch Informationen auf einem Elternabend oder durch Berichte ihrer Kinder ein Hilfeangebot, wie sie auch zu Hause Konflikte ohne Druck und besondere Strafmaßnahmen lösen können.

Schulwegsicherung/Busbegleitung

Die Ausgangslage

Der Schulbusverkehr stellt ein gewisses Problem innerhalb des schulischen Alltags dar. Nicht nur, dass Schüler und Eltern über vermeintlich mangelnde Kapazitäten und fehlende Pünktlichkeit klagen, auch das unangepasste und unangemessene Verhalten der Schüler selbst führte immer wieder zu Beschwerden: Es wird gedrängelt und geschubst. In der Absicht, für sich selbst möglichst einen „guten“ Platz zu ergattern, verdrängen größere Schüler die kleineren – und gerade die Jüngsten haben bei diesem ungleichen Kampf meist ‚schlechte Karten’ und laufen Gefahr im wahrsten Wortsinn unter die Räder zu geraten.

Lange Zeit war dies auch an den Schulbushaltestellen im Freudenberger Schulzentrum zu beobachten, wo morgens und mittags mehrere hundert Schüler ihre Schulbusse verlassen oder besteigen. Dass sich die Situation zwischenzeitlich deutlich verbessert hat, ist auf die Umsetzung einer Idee zurückzuführen, die im Folgenden kurz beschrieben wird.

Die Idee

Seit 2001 läuft bei uns am Schulzentrum Büschergrund das Projekt „Schulwegsicherung/Busbegleitung“. Die ausgebildeten Busbegleiter regeln das geordnete Ein- und Aussteigen an den Haltestellen. Sie achten darauf, dass die Schüler sich in Reihen aufstellen. Dadurch wird das Gedrängel und Geschubse an den Haltestellen unterbunden und das Einsteigen in die Busse geht zügiger und reibungsloser. Vor dem Einstieg kontrollieren die Busbegleiter die Fahrkarten ihrer Mitschüler. Schüler, die keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen können, werden dem Busfahrer benannt, der alles Weitere regelt. Im Bus achten die Busbegleiter darauf, dass auch hier nicht gedrängelt und geschubst wird und dass die Sitzplätze der Reihe und nicht dem Alter oder der Größe nach vergeben werden. Somit ist gewährleistet, dass auch jüngere Schüler in den Genuss eines Sitzplatzes kommen können.

Wer dennoch drängelt, schubst oder sich nicht an die Anweisungen der Busbegleiter hält, wird ermahnt und erhält notfalls ein so genanntes Fehlverhaltensformular, auf dem der Busbegleiter den Namen und das Fehlverhalten des Schülers einträgt. Dieser Bericht wird dann dem Klassenlehrer des beschuldigten Schülers weitergeleitet, der dann auch Ordnungsmaßnahmen ergreifen kann. Schlimmstenfalls droht dem Schüler (im Wiederholungsfall) ein vorläufiger Entzug der Fahrkarte.

Die Busbegleiter dürfen mittags bereits einige Minuten vor offiziellem Schulschluss die Klasse verlassen um ihren Dienst anzutreten. Damit sie für Busfahrer und Schüler auch als Busbegleiter deutlich zu erkennen sind, tragen sie „im Dienst“ eine neongelbe Weste.

Die Beteiligten

An der Einführung und Durchführung des Projektes waren und sind der Schulträger, die Schulleitungen der Hauptschule und der Realschule Freudenberg, die Verkehrsbetriebe VWS, die Kreisverkehrswacht, die Polizei und eben die zu Busbegleitern ausgebildeten Schüler beteiligt.

Die Ausbildung

Die Ausbildung wird für Schülerinnen des 8. Jahrgangs angeboten, die mit dem Übergang in den 9. Jahrgang ihre Aufgabe übernehmen.

Grundlage der Ausbildung sind verschiedene theoretische und praktische Übungen, die zunächst ein Problembewusstsein für Fehlverhalten in Schulbussen erzeugen sollen. Im weiteren Verlauf erfahren und üben die angehenden Busbegleiter angemessene Handlungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Problem- und Gefahrensituationen. Sie sollen ihre Mitschüler zu Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht anhalten und dabei insbesondere auf die Vermeidung von Beschädigungen, Gefährdungen, Behinderungen und Belästigungen achten.

Die Erfolge

Die Einführung des Projektes ist durchaus als erfolgreich zu werten:

  • An den Haltestellen gibt es erheblich weniger Gedränge. Die Busfahrer können die Haltestellen ohne den sonst üblichen Stress anfahren und brauchen in der Regel keine Angst zu haben, Schüler zu verletzen, die sich auf der Fahrbahn austoben. Die Unfallgefahr hat sich dadurch erheblich reduziert.
  • In den Bussen kommt es deutlich weniger zu Streit zwischen den mitfahrenden Schülern, und auch die Konflikte zwischen Schülern und den jeweiligen Busfahrern haben abgenommen.
  • Der morgendliche Unterricht kann beginnen, ohne dass die Lehrer zunächst noch die Streitigkeiten, die am und im Bus begonnen hatten, schlichten müssen.
  • Die Eltern müssen sich weniger Sorgen um ihre Kinder machen, da sie davon ausgehen können, dass der Schülertransport nun sicherer und ruhiger erfolgt.

Erziehung zur Berufswahlreife

Die Berufswahlorientierung an der RSF

  • erfolgt in enger Kooperation zwischen Realschule und Bundesagentur für Arbeit,
  • bietet Schülerinnen und Schülern Hilfestellungen für eine individuelle Berufsplanung an,
  • bereitet die Jugendlichen auf die zukünftige Berufs- und Arbeitswelt vor und ermöglicht erste Kontakte,
  • ermöglicht ein realitätsnahes Bild der heimischen Berufs- und Arbeitswelt,
  • bezieht mehrere Fächer (Deutsch, Sozialwissenschaften, Politik) ein.

Die Realschule Freudenberg und die Bundesagentur für Arbeit in Siegen haben den gemeinsamen Auftrag, die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Handlungsfähigkeit der Jugendlichen bei der Berufswahl zu fördern. Beide Institutionen tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihre Berufswahlsituation, ihre Interessen, Fähigkeiten, Wertvorstellungen sowie die Gegebenheiten des Arbeitsmarkts einzuschätzen wissen und zwischen alternativen beruflichen Möglichkeiten abzuwägen lernen.

Die besondere Zuordnung zur Wirtschafts- und Arbeitswelt ist ein charakteristisches Merkmal der Realschule Freudenberg. Das in der Arbeit dieser Schule zum Ausdruck kommende Verständnis allgemeiner Bildung schließt wesentliche Elemente einer vorberuflichen Grundlagenbildung ein. Die Richtlinien für die Realschule bezeichnen die „verantwortliche Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt“ als eine der grundlegenden Befähigungen, die die Realschule im Rahmen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages vermittelt.

Veranstaltungsformen der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit

Die Berufsberatung strebt im Rahmen der Berufsorientierung in der Schule tendenziell ein Höchstmaß an Individualisierung für den einzelnen Schüler als Berufswähler an. Am Ende der 8. Jahrgangsstufe beginnt die Berufsorientierung mit einer ersten Informationsveranstaltung, wobei die Schüler

  • den ersten Kontakt zum Berufsberater herstellen,
  • die Hilfen der Berufsberater erkennen und bereit sind, diese auch zu nutzen,
  • Kenntnisse über Berufsfelder erhalten.

Aufbauend auf dieser Grundinformation werden regelmäßig themenspezifische Gruppenveranstaltungen (durch Handzettel, Plakataushang) angeboten. Interessierte Schüler ordnen sich einem enger begrenzten Berufswahlthema zu und
erfahren Gemeinsamkeiten eines bestimmten Berufsfeldes, z.B. über:

  • Berufe mit Fremdsprachen,
  • Berufe im Elektrobereich und in der Informatik,
  • Ausbildung oder weiterführenden Schulbesuch etc.

Der Berufsberater informiert bei Elternveranstaltungen, wie z.B. Elternabend oder Elternsprechtagen über Berufswahlthemen und gibt den Eltern Hinweise darüber,

  • wie sie ihren Kindern Hilfestellungen beim Übergang in den Beruf geben können,
  • welche schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten es gegenwärtig in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen gibt,
  • wie die Berufsberatung den Jugendlichen hilft.

Die Berufsberatung bietet unseren Schülern in Siegen auch Berufswahlseminare an, z.B.:

  • „Richtig entscheiden – aber wie?“
  • „Richtig bewerben – aber wie?“ und andere.

In der Reihe „Berufs- und studienkundliche Vortragsveranstaltungen“ geben Experten berufliche Informationen aus den Ausbildungsbereichen (duales Ausbildungswesen usw.) an die Schülerinnen und Schüler weiter.

Unterricht

Im Unterricht setzen vorwiegend die Deutschlehrer berufsorientierende und berufskundliche Informationsschriften ein und nutzen berufvorbereitende Selbsterkundigungsprogramme, damit die Schülerinnen und Schüler auch die Chancen und Risiken einer Berufsentscheidung, aber auch ihre Ansprüche, Möglichkeiten und Alternativen erkennen.

BIZ

Das Berufsinformationszentrum in Siegen (BIZ) ist für die Jugendlichen als Selbstinformationseinrichtung konzipiert. Sie lernen hier bei einem Besuch mit ihren Lehrern

  • ob und wie die persönlichen Interessen Entsprechungen in den Berufen finden,
  • detaillierte Informationen zur Ausbildungsstellensituation im Arbeitsamtsbezirk etc.

Schülerbetriebspraktikum

„Das Aufeinandertreffen von Arbeitsplatzanforderungen und persönlichen Eigenschaften und Qualifikationen sollte am besten handelnd-erkennend erfahren werden“ (Bildungskommission NW 1995, S. 111). Diese Lerndimension realisiert die Realschule Freudenberg, indem sie 2 Betriebspraktika durchführt, die jeweils in der 9. und 10. Jahrgangsstufe stattfinden.

Die Schüler lernen im Betriebspraktikum

  • ihre Eignung für bestimmte Tätigkeiten zutreffender einzuschätzen, so dass sie ihre bisherigen Berufsvorstellungen besser beurteilen und gegebenenfalls Alternativen entwickeln können,
  • eine möglichst breit gefächerte Berufsfeldorientierung kennen und erhalten Einsicht in das Sozialgefüge eines Betriebes,
  • die gewonnen Erkenntnisse für die eigene Lebensplanung nutzbar zu machen,
  • die erarbeiteten Problem- und Konfliktlösungsstrategien ggf. angemessen anzuwenden,
  • im nachbereitenden Unterricht die eigenen Wertungen auf evtl. nicht angemessene Verallgemeinerungen zu überprüfen und ggf. zu relativieren.

Betriebsbesichtigungen

Bei Betriebsbesichtigungen und Arbeitsplatzerkundungen lernen die Schüler

  • betriebliche Strukturen kennen
  • erfahren, dass die der Arbeitswelt zugrunde liegenden Strukturen, übertragbar sind,
  • alternative Arbeitsbereiche mit ihren Tätigkeiten, Anforderungen und Belastungen kennen.

Berufsmessen

Bei dem Besuch der Berufsmesse „Ausbildung im Siegerland“ geht es um den Versuch, den Schülern ergänzende Angebote zu schaffen, die den individuellen Beratungs- und Orientierungbedürfnissen entsprechen und insofern aktuelle Entwicklungen im Berufswahlverhalten berücksichtigen. Zugleich soll diese Maßnahme die Kooperation mit den Einrichtungen der Berufsberatung, Wirtschaftsjunioren Südwestfalen, Kreishandwerkerschaft Siegen-Wittgenstein und Industrie- und Handelskammer Siegen unterstützen, um den Berufswahlprozess der Schüler intensiv zu begleiten.

IHK

Auf Einladung der Realschule Freudenberg entsendet die Industrie- und Handelskammer jährlich erfahrene Prüfungsausschussmitglieder aus dem kaufmännischen und gewerblich-technischen Bereich in den Unterricht, die die bestehenden Informationsangebote in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung nachhaltig ergänzen und unseren Schülerinnen und Schülern zugute kommen lassen.

Berufsschulinformationstag

Die Schüler der Realschule Freudenberg nehmen an dem jährlich stattfindenden Berufsschulinformationstag teil, der im Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung, Berufskolleg für Technik und Berufskolleg für Hauswirtschaft, Allgemeingewerbe und Sozialpädagogik in Siegen stattfindet. Die Zusammenarbeit soll insbesondere die Berufsorientierung für die Jugendlichen verbessern und den Übergang in die Vollzeitbildungsgänge der Sekundarstufe II erleichtern, wie z.B. Höhere Handelschule, Gymnasiale Oberstufe der Höheren Berufsfachschule usw.

Koordinations- und Beratungsaufgaben

Verantwortlich für die unterrichtliche Vor- und Nachbereitung des Schülerbetriebsspraktikums sowie die Betreuung der Praktikanten und Praktikantinnen sind in der Regel die zuständigen Deutschlehrer ab der 8. Jahrgangsstufe. Die Realschule Freudenberg führt diese Aufgabe in enger und kontinuierlicher Zusammenarbeit mit der Berufsberaterin der Agentur für Arbeit in Siegen durch. Für den Entwicklungsprozess der Berufswahlorientierung der Schüler und für die Kontaktpflege der Schule sind Koordinatoren ansprechbar. Dabei werden die Schüler in ihrer Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit so gefördert, dass sie möglichst selbst sachkundige Entscheidungen im Prozess ihrer Berufswahl treffen können.

Die Beratung im Rahmen der Berufswahlorientierung der Schüler ist Aufgabe aller Lehrer. Sie werden dabei fachlich und organisatorisch von den Koordinatoren unterstützt.

Informatik

Der Computer hat seit Beginn der 90er Jahre nahezu alle Lebensbereiche erfasst, seine Nutzung hat an Bedeutung ständig zugenommen. Dieser Entwicklung trägt auch die Realschule Freudenberg Rechnung, indem sie die praktische Informatik als einen wesentlichen Bestandteil des Unterrichts für alle Schüler begreift.

Jeder Schüler, der die RSF nach sechs Jahren verlässt, soll zumindest die Grundlagen der Informatik beherrschen, entweder erworben innerhalb des gewählten Neigungsschwerpunkts oder im Rahmen der als Ergänzung angebotenen Einführung in die Informationsverarbeitung.

Einstündiges Fach Informatik (Klasse 9 und 10)

Diejenigen Schüler der RSF, die sich nicht für den Neigungsschwerpunkt Informatik entschieden haben, und auch keinen Informatikunterricht im Rahmen des WP II-Angebots hatten, erhalten in Klassen 9 und 10 Informatik als einstündiges Fach, in dem sie eine Einführung in die Grundlagen der Informationstechnik erhalten.

Der Umgang mit dem Betriebssystem Windows wird dabei ebenso thematisiert wie das Arbeiten mit Textverarbeitungsprogrammen. Der Einsatz der Tabellenkalkulation zum Berechnen und das Nutzen einer Datenbank zum Ablegen von Daten sowie der Umgang mit dem Internet runden die informationstechnische Grundbildung in diesem einstündigen Fach ab.

Ausstattung

Die RSF verfügt über zwei Informatikräume, deren Arbeitsplätze regelmäßig auf den neusten Stand der Technik gebracht werden.

Darüber hinaus besitzt sie zwei mobile Systeme – bestehend aus je einem Notebook und einem Beamer - die über die Stromsteckdose mit dem schuleigenen Intranetz verbunden werden. Somit ist es möglich, in jedem Raum der Schule auch das Internet zu nutzten.

Schüler helfen Schülern

„PISA: Warum sind die andern besser?“, „Werden unsere Schüler immer dümmer?“. Mit diesen oder ähnlich klingenden Schlagzeilen wollten die Medien auf die Situation in deutschen Schulen aufmerksam machen. Andererseits klagten aber nicht nicht nur die Medien, sondern auch Verantwortliche in den Schulministerien: „Eltern müssen mangelnden Förderunterricht teuer bezahlen.“

An der RSF überlegte man, welchen Beitrag man zusätzlich leisten könnte, um zum einen den vielfältigen Klagen bzgl. der mangelnden Leistung und zum anderen der offensichtlich wachsenden Nachfrage nach kommerziellen Nachhilfeinstituten begegnen zu können. Die Idee „Schüler helfen Schülern“ wurde geboren.

Die Schüler unserer ‚Oberstufe’ wurden gefragt, inwieweit sie ggf. bereit wären, gegen einen geringen Obolus ihren Mitschülern aus der Unterstufe bei der Bewältigung von Schwierigkeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zu helfen. Nachdem sich eine ausreichende Zahl von Schülern gemeldet hatte, wurden die Eltern der Unterstufenschüler schriftlich über das geplante Projekt informiert.

Seit nunmehr zwei Jahren hat sich das Projekt sehr erfolgreich an unserer Schule etabliert. Die Zahl der Schüler, die ihren Mitschülern helfen wollen, ist ebenso kontinuierlich gestiegen wie die Zahl derer, die diesen Dienst in Anspruch nehmen.

Die Schulleitung tritt bei diesem Projekt lediglich organisatorisch a

  • Sie fragt in den Oberstufenklassen nach nachhilfebereiten Schülern.
  • Sie befragt die jeweiligen Fachkollegen, ob sie die nachhilfebereiten Schüler für eine solche Aufgabe empfehlen können.
  • Sie erstellt eine entsprechende Liste über den so entstandenen Nachhilfepool.
  • Sie informiert die Eltern der Unterstufe.
  • Sie bringt die Nachhilfesuchenden mit den geeigneten, zur Nachhilfe bereiten Oberstufenschülern zusammen.

Bei dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ sind insbesondere folgende Aspekte positiv herauszustellen:

  • Die Schüler der Unterstufe erhalten fundierte Nachhilfe, denn die „Großen“ strengen sich natürlich besonders an, weil sie nun in der Rolle des „Lehrers“ nicht versagen wollen.
  • Da die Nachhilfe eine gründliche Wiederholung des Stoffes der Unterstufe erfordert, ziehen die „Nachhilfelehrer“ selbst einen großen Nutzen aus ihrer Tätigkeit.
  • Das Projekt fördert nachhaltig den Zusammenhalt der Schülerschaft.